Freitag, 30. August 2013

Personaler, was ist so schwer an einem zeitgemäßen Bewerbungsverfahren!?

In den letzten Wochen habe ich mich mal wieder mit dem Thema Bewerbung befasst. Da ich mir zunächst eine kleine berufliche Auszeit gönne, ist die Jobsuche derzeit noch nicht akut. Dennoch wollte ich wissen, wie der Bewerbungsprozess bei den Unternehmen mittlerweile so abläuft. Ich war erschrocken, dass selbst bei großen, bekannten Unternehmen nach wie vor gravierende Fehler gemacht werden.



Was sind die Hauptpunkte, auf die im digitalen Bewerbungsprozess geachtet werden sollte? Für mich gehört zunächst eine übersichtliche und klar strukturierte Karriereseite dazu, auf die idealerweise direkt auf der Unternehmensseite verwiesen wird.

Wenn ich es dann auf die Karriereseite geschafft, mich über mögliche Karrierepfade und vakante Stellen informiert habe, wünsche ich mir einen Ansprechpartner. Schließlich habe ich vermutlich Fragen, die ich gern persönlich per E-Mail oder am Telefon klären möchte. Doch von Kontaktdetails fehlt bei vielen Seiten jede Spur.

Sollte ich mich dazu entschieden haben, mich bei einem Unternehmen zu bewerben, habe ich in der Regel zwei Möglichkeiten, dies zu tun. Entweder per E-Mail oder per Online-Formular. Wobei ich Letzteres bevorzuge, da ein angeleiteter Bewerbungsprozess für mich leichter bzw. bequemer ist, damit ich auch an alles denke. Neulich habe ich ein solches Formular ausgefüllt und dabei mal die Zeit gestoppt. Ich habe tatsächlich fast eine Stunde gebraucht, um mich durch die vielen Fragen zu kämpfen. Es hat nur noch die Frage nach meinem Lieblingsessen oder der Konfektionsgröße meiner Eltern gefehlt. Ich habe mich bei einer großen Marke, einem der Marktführer im Genussmittelbereich, beworben. Ganz ehrlich: da vergeht mir doch jede Lust auf eine Anstellung! Dass es einfacher geht, bewies mir eine führende Werbeagentur mit einem kurzen, wirklich nutzerfreundlichen Online-Formular, in dem wirklich nur die wichtigsten, für eine Bewerbung relevanten Informationen abgefragt wurden. Mittlerweile haben einige Unternehmen auch eine Anbindung an Xing oder LinkedIn geschaffen, sodass persönliche Daten automatisiert übertragen werden können.

Nachdem ich mir dann die Mühe gemacht und all meine Daten und Unterlagen eingereicht habe, erwarte ich eine Eingangsbestätigung mit einer ungefähren Zeitangabe, wann ich denn mit einer Reaktion von Ihnen rechnen darf. Das ist doch wirklich nicht schwer, schließlich lässt sich dieser Prozess ohne großen Aufwand automatisieren. Aber selbst das scheint eine große, technische Herausforderung darzustellen.

In der Regel rechne ich nach zwei bis drei Wochen mit einer Rückmeldung, nachdem Sie sorgfältig geprüft haben, ob ich für Ihr Unternehmen infrage komme oder nicht. Ich "warte" tatsächlich bis heute auf eine Reaktion auf eine Bewerbung, die ich im Februar verschickt habe. Selbst ein zwischenzeitliches Nachfragen brachte nichts.

Besonders in Zeiten von knapper werdendem Nachwuchs bzw. dem Kampf um fähige Köpfe erwarte ich, dass die genannten Punkte erfüllt sind. Das sind alles keine technischen Meisterleistungen mehr, sondern Grundlagen. Einige Unternehmen haben noch immer nicht verstanden, dass der Bewerbungsprozess dem beiderseitigen Kennenlernen dient, er dem Bewerber bereits einen ersten Eindruck über das Unternehmen vermittelt. Doch ganz ehrlich: wenn nicht einmal so grundlegende, bewerberfreundliche Maßnahmen ergriffen werden, dann vergeht mir schon jede Lust, in dem Unternehmen zu arbeiten. Warum sollte ich mich da noch anstrengen, wenn es nicht einmal das Unternehmen schafft? Dafür ist mir meine Zeit dann zu schade!

Was ich in den Bewerbungsgesprächen so alles erlebe, das hebe ich mir für den nächsten Beitrag auf, denn das würde hier den Rahmen sprengen.

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