Dienstag, 13. August 2013

Innovationen in der HR-Arbeit – Was? Wer? Wie? Warum?

In der vergangenen Woche bin ich mit meinem Aufruf zu mehr Fortschritt in der Personalarbeit auf viele offene Ohren gestoßen – das zeigen die Klickzahlen sowie die Kommentare hier und in anderen Netzwerken. Also habe ich mich mal näher mit dem Thema Innovation beschäftigt. 

Noch aus dem Studium kenne ich die Theorie "Diffusion of Innovations" von Everett Rogers, anhand derer sich Merkmale und Verbreitungsprozess von Innovationen beschreiben lassen. Eine Innovation ist laut Rogers eine Idee, die von einem Individuum als neu wahrgenommen wird. Diese neue Idee wird über verschiedene Kanäle, über eine bestimmte Zeit, an die Mitglieder eines sozialen Systems kommuniziert – das ist Innovationsdiffusion. Klingt erstmal gar nicht so kompliziert.

Die Anwender von innovativen Ideen, wollen darin auch einen Nutzen erkennen. Daher hängt die Innovationsentscheidung stark von den Mitgliedern einen sozialesn Systems ab. Weil die Menschen unterschiedlich sind und auch denken, gibt es verschiedene Anwendertypen: 
  • Innovatoren sind risikofreudig und sind die ersten, die neue Ideen ausprobieren und annehmen.
  • Early Adoptors sind Meinungsführer und beeinflussen andere in der Nutzungsentscheidung. Sie treiben daher einen Wandel oftmals als "Change Agents" voran.
  • Die frühe Mehrheit nimmt neue Ideen an, bevor dies der durchschnitt der Masse eines sozialen Systems tut. Sie überlegen die Anwendung von Innovationen vorher sehr genau.
  • Vorsicht und Skepsis prägen die späte Mehrheit, die eine Innovation nur aufgrund des "Drucks der Masse" annimmt; also aus ökonomischer Notwendigkeit oder Gruppendruck.
  • Nachzügler sind misstrauisch gegenüber Neuen und halten an traditionellen Werten fest. Da sie isoliert von den übrigen Mitgliedern eines sozialen Systems leben, dauert es lange, bis sie eine Innovation übernehmen.
Na, haben Sie sich wiedergefunden? Welche Rolle spielen Sie in Ihrem Unternehmen bei der Einführung von Innovationen?

Die Entscheidung für eine Innovation läuft laut Rogers in fünf Schritten ab. Jedes Individuum nimmt eine neue Idee wahr und versteht, wie diese funktioniert (Wissen), woraufhin es sich eine Einstellung dazu bildet (Überzeugung). Anschließend trifft der Nutzer die Entscheidung zur Annahme oder Ablehnung einer Innovation (Entscheidung) und wendet diese im positiven Fall an (Implementierung). Abschließend wird das Ergebnis der Innovationsentscheidung bewertet, also entweder bestätigt oder revidiert (Bestätigung).

Nach meinem Aufruf in der vergangenen Woche interessiert mich nun, welche Innovationen es in der HR-Arbeit bereits gibt und wie weit deren Adoption bereits in den unterschiedlichen Unternehmen vorangeschritten ist. Und genauso wie Sie, interessiert mich auch, wer denn eigentlich die Innovatoren und die Early Adopter der HR-Szene sind. Ich werde es herausfinden. Werte Kollegen, Sie hören von mir!

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