Dienstag, 4. Februar 2014

Im Stellenanzeigen-Dschungel der Jobbörsen – damit Arbeitgeber nicht verschwinden

Wir sprechen viel darüber, was einen guten Arbeitgeber ausmacht. In meinem Ausblick für dieses Jahr habe ich auch geschrieben, dass das Thema Identität immer wichtiger wird und sich Arbeitgeber mehr Gedanken über ihre Positionierung und deren Wahrnehmung machen müssen. Die Auffindbarkeit der Arbeitgebermarke spielt natürlich eine ebenso wichtige Rolle.

Gestern habe ich dann einen interessanten Artikel in der aktuellen Ausgabe der Markenbrand über die Wahrnehmung der Arbeitgeber in Jobbörsen gelesen. In 2012 haben mehr als die Hälfte aller Jobsuchenden die Online-Jobbörsen genutzt. Auch für Unternehmen bieten diese Plattformen tolle Möglichkeiten zur Platzierung von Stellenausschreibungen – so wundert es nicht, dass die Anzahl der Angebote immer weiter steigt. Das wird aber auch immer mehr zum Problem, denn die Ergebnisansicht der Jobsuche wird mit hunderten von angezeigten Treffern immer unübersichtlicher. Für den User (insbesondere Berufseinsteiger) ist schwierig, zwischen all den Angeboten zu unterscheiden – es ist ein wahrer Information Overload.

Wenn ich mir die Treffer so anschaue, dann handelt es sich um einen grauen Einheitsbrei. Sämtliche Formulierungen wiederholen sich ständig, da vergeht mir als Bewerber doch die Lust, weiterzulesen bzw. mich zu bewerben. Kommen Ihnen die folgenden Formulierungen bekannt vor:

„Wir bieten eine spannende und herausfordernde Tätigkeit in einem wachsenden Unternehmen“ oder „wir bieten einen attraktiven Arbeitsplatz im Herzen von (Stadt xy)“ oder „wir bieten ein motiviertes Team“. Das hat nichts mit der Positionierung einer Employer Brand zu tun!

Kommen Sie Jobbörsen damit an ihre Grenze? Müssen Unternehmen sich andere, sinnvollere Kanäle überlegen, um Kandidaten anzusprechen und wahrgenommen zu werden? Wenden sich Unternehmen damit von den Jobbörsen ab?

Gestaltungsmöglichkeiten für Jobbörsen
Nein. Denn Jobbörsen bieten so viele Möglichkeiten, Anzeigen spannend und aufmerksamkeitserregend zu gestalten und von denen anderer Unternehmen zu unterscheiden – hier sind natürlich kreative Köpfe gefragt, für die grafische Gestaltung und vor allem für den Text. Es fängt schon beim Jobtitel an, der erste Berührungspunkt mit einer Anzeige. Erinnern Sie sich an die Kampagne von Axel Springer („Da geht noch mehr“), bei der mit selbstironischen und kuriosen Jobtiteln geworben wurde? Denken Sie allerdings daran, die Anzeige gut zu verschlagworten, damit sie auch in den entsprechenden Suchergebnissen anzeigt wird. 

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich beim Design und dem Anzeigentext. Wichtig und oftmals unterschätzt ist auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Es gibt Peaks, zu denen Suchende besonders aktiv sind – werktags zwischen 6 und 8 Uhr, in der Mittagszeit und abends. Außerdem sollten die bei einer Jobbörse geschalteten Anzeigen auch auf der eigenen Unternehmenswebsite verfügbar sein. Ein weiterer Differenzierungsfaktor ist die Art der Bewerbung. Bieten Sie ein Online-Formular mit Dateien-Upload oder fordern sie eine Bewerbung per E-Mail oder sogar per Post. Finden sie heraus, wie ihre Zielgruppe tickt und nach welchen Kriterien die Anzeigen betrachtet werden ­– und optimieren Sie ihre Präsenz im Stellenanzeigen-Dschungel der Jobbörsen.

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