Freitag, 7. September 2012

Geschichten mit Bart Teil II: Über die (angebliche) Pflicht-Metamorphose des Personalers

Wer die Diskussionen in der Szene kennt, der weiß, dass es schon lange das Gerede gibt, der Personaler müsse sich verändern. Er sei statisch und administrationsliebend. Letzlich werden jedoch Phrasen gedroschen. Das ist natürlich auch deutlich einfacher: Social Media = Neu, Personaler = Administrator, Personaler ≠ Neu, weil Social Media ≠ Administration! So ungefähr die Argumentation.

Die Wahrheit ist komplexer und am Ende sehr beruhigend. Der gemeine Personaler ist in Deutschland schon immer eine Wollmilchsau gewesen – zumindest in Unternehmen mit sagen wir weniger als 200 Mitarbeitern. Denn solche Unternehmen haben eher kleine Personalabteilungen, in denen ca. zwei bis drei Personaler alles machen, von der Personalplanung, -recruiting, -einsatz, betreuung bis hin zur Administration des Ganzen. Sie, nennen wir sie mit einem Augenzwinkern die Wollmilchsau-Personaler, müssen sich jeden Tag auf, Fluktuation, neue Prozesse, Firmenzusammenschlüsse, Betriebsräte, neue Gesetze und Rücknahme (Danke, Elena!) einstellen. Wollmilchsau-Personaler müssen dabei flexibel, stressresistent und schnell sein.

Nicht zu Unrecht heißt eines der bekanntesten HR-Blogs in Deutschland: Wollmilchsau. Das trifft es nämlich auf den Punkt. Dieser Riege ewig vorzuhalten, sie sei so gestrig, nur weil sie nicht weiß, was ein Hashtag ist oder gowalla die von Facbook gekaufte Konkurrenz von foursquare ist, ist Unsinn.

Ob interne Kollaborationsplattformen, Datenablage und –sharing in der Cloud, die mobile Bewerberverwaltung via Smartphone oder in realen Gesetzesnovellen, neue die HR-Arbeit betreffende Unternehmensstrategien: Personaler müssen sich ihre kindliche Neugier bewahren und nach immer neuen Optionen forschen, weil nur so Prozesse schneller, Kosten gespart und mithin Wettbewerbsvorteile gesichert werden können. Aber das war schon immer so, das werden "die Personaler" schon schaffen.

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