Freitag, 12. Oktober 2012

Buchkritik: Social Media im Personalmanagement

Seit September ist das Buch, von Frank Bärmann, „Social Media im Personalmanagement“ auf dem Markt. Eigentlich irgendwie Paradox. Ein haptisches, analoges, auf Papier gedrucktes Buch zum digitalen „Social Media“ Thema. Aber gut, ist ja auch letztlich für die Social Immi’s, für Babyboomer und zurückgebliebene Gen X geschrieben.

Ich fasse mich kurz: Wer in Sachen Social Media und HR einen Überblick braucht und vor allem die technische Seite der Social Media Kommunikation verstehen will, der sollte sich das Buch kaufen. Alles Wissenswerte zu den Buzz-Themen die gerade en vogue sind werden in diesem Buch besprochen. Die Grundlagen werden in „Social Media im Personalmanagement“ prima erklärt und vereinzelt erhält der Leser Tipps für die praktische HR Arbeit. Zudem werden viele sehr gut recherchierte Beispiele aus sozialen Netzwerken geboten, um dem Leser Optionen und den möglichen Variantenreichtum im Social Web nahezubringen. Sehr gut!

Aber: Aus meiner Sicht kommen strategischen Fragen im Zusammenhang Social Media und HR deutlich zu kurz. Der Autor betont zwar immer wieder, dass „Content King“ sei, wie man jedoch zu diesem bahnbrechenden Content kommt, das wird nur dürftig behandelt. Zum Beispiel wird kaum erwähnt, dass es vor dem Start in die Social Media Netzwerke zunächst Bedürfnisse und Ziele definiert müssen, eine Strategie und eine übergeordnete Branding Idee formuliert werden muss, Konzepte geschrieben und eine cross (social) mediale Umsetzung erfolgen muss. Zudem mangelt es meiner Meinung nach an der Auseinandersetzung mit den jeweiligen Zielgruppen und ihren Social Media Präferenzen, welche ja je nach Berufsgruppe, Branche, Region, Alter, usw. zu differenzieren sind. Wen kann ich wo erreichen? Beim Thema Enterprise 2.0 ist dieses Manko erst recht auffällig. Bei der Kernfrage,"Wie kann es gelingen, nachhaltig alle Mitarbeiter so zu begeistern, dass sie sich an der internen Plattform stets aktiv beteiligen?" bleiben nahezu alle Fragen offen.

Mein Fazit: Ein gutes Buch für den HR Social Media Laien. In Bezug auf die technischen Fragen/Möglichkeiten bietet es viele Tipps und gute Beispiele und somit einen gelungenen Überblick. Das Buch hat jedoch einige Lücken, wenn es um strategische Fragen geht.


Kommentare:

  1. Guten Tag Herr Tsalikis,

    vielen Dank für die kritische gleichwie positive Besprechung meines Buches.
    Erlauben Sie mir als Autor, zu den Kritikpunkten kurz Stellung zu nehmen.

    Das Theme Strategie im Zusammenhang Social Media und HR ist sehr diffizil. Immerhin habe ich dem Thema ein ganzes Kapitel gewidmet. Ich habe es allerdings bewusst vermieden, im Detail auf einzelne Strategiepunkte einzugehen, weil man dann kein Ende findet.Wenn man hier auf einzelne Branchen genauer eingeht, führt das unweigerlich zu Lücken, die diejenigen enttäuschen, die nicht angesprochen werden.
    Die Leser dieses Buches sind allesamt Experten in Sachen HR und sollten wissen, wie man eine Recruiting oder Employer Brandings Strategie erarbeitet. Deshalb habe ich ganz bewusst nur Hinweise und Tipps gegeben, was in eine Social media Strategie gehört. Den Transfer auf das eigene Unternehmen werden die Leser sicher hinbekommen.
    Das gleiche gilt für die Themen Content und Zielgruppen. Ich kann einem solchen Übersichtsbuch nicht anfangen, einzelne Branchen heraus zu greifen oder die Zielgruppen differenzieren.
    Ich habe an vielen Stellen, vor allem bei Facebook, versucht, zu zeigen, wie man z.B. mit einem Themenplan und Meilensteinen ein Content-Gerüst auf die Beine stellt. Wie das für das einzelne Unternehmen funktioniert, muss jeder Betroffene selbst erarbeiten. Zudem findet man in dem Buch genügend Beispiele für gut geführte Facebook-Fanpages, an denen man sich orientieren kann.
    Als Zielgruppe habe ich klar die jungen "Digital Natives" deklariert, das muss reichen. Welche Zielgruppe welche Social Media Präferenzen besitzt, muss das betreffende Unternehmen selbst heraus finden durch Monitoring. Deshalb habe ich die Monitoring Tools vorgestellt.

    Ich finde nicht, dass ich nicht oder nur unzureichend dargestellt habem wie es gelingen kann, nachhaltig alle Mitarbeiter so zu begeistern, dass sie sich an der internen Plattform stets aktiv beteiligen. Das Prinzip ist doch klar: Einbinden und mitmachen lassen beim Karriereblog, beim Facebook-Projekt oder im WIki. Verantwortung übertragen und Vertrauen zeigen. Das wird doch klar, oder?

    Ich stehe jeder postiven gleichwie negativen Bewertung meines Werkes offen gegenüber und bedanke mich immer für Feedback. Denn nur daraus kann man lernen.
    Sicher werden die einen oder anderen Anmerkungen Ihrerseits in die 2. Auflage einfließen.

    Schöne Grüße
    Frank Bärman

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  2. Lieber Herr Bärmann,
    ich kann da gerne noch einmal in das Detail gehen, wenn Sie wollen. Biete gerne ein bilaterales Gespräch dazu an.

    Schöne Grüße, Jannis Tsalikis

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